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BLACK
LIGHT DISTRICT BOYS
- Klanggalerie 2003
more
reviews soon: Orkus, The
Gap
......... (I'm a slow typer!!!)
heathenharvest.com
Wipeout has blown my
speakers and my mind with their latest release title "Black Light
District Boys."
Wipeout has blown my speakers and my
mind with
their latest release title "Black Light District Boys." Wipeout has
proven once again that electronic music is not dead but still rather
unexplored. On "Black Light District Boys" the full creativity and
sheer musical genius of the band comes together for a stunning rhythmic
electronic release.
Wipeout has left electronic dance music behind with all of its
limitations and prescribed structures and has launched head long into a
hybridization of styles that brings new life back into rhythmic
electronic compositions. Wipeout has mastered the convergence of such
diverse musical elements such as Trance, Industrial, Neo-Classical,
Punk, avant-garde Rock and modern electronics into a thunderous mix
that challenges all the limitations of electronic music.
The album is graced with a cohesive sense of composition and further
enhanced by the vocal range of Didi Bruckmayr. With his fierce piercing
and dense tattooing you would not expect to hear the high gentle voice
that leads many of the songs. Didi mixes it up and expertly changes the
feel and sound of the music by alternating between strong masculine
vocals and more heart penetrating and romantic vocals. The band creates
an amazing tapestry of sound that evolves and transform within each
song. At times sweet, romantic and lulling and at other times infused
with raw energy and industrial rhythms.
The real treat is the artist's ability to create music with such
opposing instrumentation as electronic industrial rhythms, violins and
cellos and the sweet serenading voice of Didi. The music with its
symbiotic elements creates an engrossing experience raw with emotion,
yet refined and beautiful.
Radial Faeries that love electronic music and especially music with
some attitude that makes you think and moves your ass will not want to
let this one go. Person who have an inkling for music that scratches
the surface and touches on real emotions and real like experiences
while retaining an edge will also find Wipeout extremely appealing. In
one line repeated in the album Didi sings "You only want to *censored*
me when your drunk!" Raw and real and raging hot is what Wipeout
delivers. Faeries cued into more main stream music that are looking for
something rhythmic, electronic and innovative and fresh would be well
advised to experience Wipeout. Fans new to electronic music, dance
music or any king of avant-garde music will find a great entry point
with Wipeout. The music appeals to the mind, emotions and body as one.
Join these boys in the Black Light District!
Wednesday, June 09
2004 @ 11:19 AM PST
Contributed by: Malahki Thorn / http://www.heathenharvest.com/article.php?story=2004060911193891
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SKUG
05-2004
Wipeout
»Black Light District Boys«
Klanggalerie/Dark Vinyl/Ixthuluh (Vinyl: Trost)
Österreich,
du Land der Selbstverhinderer! Warum, nur warum muss dieses
bösblöde
Schicksal immer die Besten treffen? Und warum sind diese zu einem
Gutteil selbst schuld daran? Wipeout waren immer die Könige im
Zwischenstuhlbereich, cyberdekadenter wie aufklärerisch
psychotischer
Industrial Dance Pop. Ihre Debüt-EP und der lediglich
kränklich
gemischte Klassiker »Swamps of Happiness« waren
brightest new hope des
alpinen Undergrounds, Jahre bevor Prodigy und Blechkonsorten
elektroiden Riff-Rave salonfähig machten. Nachher galten sie
als
Imitatoren, machten selbst auf exaltiert verdrehte britische
Synth-Wave, mit der glammenden Mutterfresse Didi Bruckmayr als
intellektuell manischen Entglätter von Fadi Dorningers
Popdickicht. Mit
»Anthems for the Underachievers« kam vor zwei
Jahren endlich wieder ein
Masterpiece, das sich locker mit Geistesgenossen in Sachen
Elektroklatsche vermessen hätte können. Mit Angelika
Köhlermann hatte
man die scheinbar richtige Labelrutsche. Und war ausnahmsweise
zeitgerecht dran. Und was nun? Ein hirngewursteltes Schundmachwerk aus
drei elendig neu überarbeiteten Gustostückerl der
Frühphase. Und sieben
gothende, stumpf pumpernde Deppentracks für die hinterletzte
Zillo-Front der schwarzen Automasturbatoren. Ein Platte gewordenes,
liebloses Ersatzteillager ohne Clou wohin es gehen will. Bruckmayr
deliriert als saftlos gewordene Lalldiva, die inmitten der eigenen
Texte einschlafen möchte, betäubt sich mit den
immerfalschen
Voice-Effekten. Gast Peter Androsch klampft drüber als
wäre Kolonovits
sein neuer Best Buddy. Und selbst der rettungslos umarmenswerte
Regierungsfeindtext zu »Allianz der korrupten
Streber« mutiert schnell
zu morakonalem Deklamationsdreck. Doch zu alt geworden? Wir sitzen am
Aschehaufen und warten geduldig...
Paul Poet / SKUG
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ZILLO 02/2004
WIPEOUT
"Black Light District Boys"
Aus
Österreich kommt
dieses einzigartige Musikprojekt. "Black Light District Boys" ist
bereits das sechste Album des Trios, das sich 1992 aus einem
aberwitzigen Freistil-Techno-Jam anlässlich einer wilden
X-mass Party
entwickelte.
seitdem begeistern Wipeout den Electro-Underground unseres
Nachbarlandes. Ihre Musik ist eine furiose Mixtur aus Techno,
Industrial, Electro, Ambient und Glampop, die immer radikal und
psychedelisch daher kommt. "I've started to read - again" beginnt zum
Beispiel mit vielen Bleeps und Discorhythmus, doch dann kommen
Schweineorgel-Tupfer und Dub-elemente dazu. Und ehe man es sich
versieht, ist man in einem brodelnden Hexenkessel aus archaiischer
Rhythmik und Bowie-Glamour gefangen, der dann auch noch reichlich
Aha-effekte hinsichtlich origineller Soundeinlagen zu bieten hat.
Düsterer und surrealer geht es in dem Stück "I'm so
sorry" zu, das mit
delirierenden Vocals, stolpernder Beats und merkwürdigen
Industrialsounds aus der Ferne aufwartet, die sich in einer
zähen Suppe
zu bewegen scheinen.
Electrotech für Kiffer? Irgendwas in dieser richtung. Die
Musik selber
macht schon high. (www. klanggalerie.com)
Joe Asmodo
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OÖNachrichten
- Chris Pichler
Es
geht um sehr viel
Hormone
Mit
dem
Tonträger "Black Light District Boys" (Klanggalerie/Ixthuluh)
feiert die Linzer Band "Wipeout" ihr 10-jähriges
Bestehen. Didi Bruckmayr und Wolfgang Dorninger über Erfolg,
Pop
und Politik.
OÖN: Wipeout sind eine Linzer Band mit klaren
Stahlstadt-Bezügen, zugleich international renommiert. Was,
würde sich auch noch
großer kommerzieller Erfolg einstellen?
Bruckmayr:
Im Hitparadenkontext wird das sicher nicht passieren. Würden
wir
sehr
viele Platten verkaufen, wäre das nur schön,
weil uns das mehr Produktionsmittel in die Hände gibt. Von
Karriereplänen haben sich Wipeout ohnehin bald verabschiedet.
Wir
mussten nie die Hosen runterlassen.
OÖN: Wipeout kamen bislang eher von der härteren
Seite.
Gleich die erste Nummer des neuen Albums, "My Simple Love", klingt
sehr melancholisch. Hat die Band ihre romantische Ader entdeckt?
Dorninger:
Ich will schon seit Jahren eine schöne Ballade schreiben,
jetzt
ist es
wieder keine richtige geworden. Ich wollte für mich
neue Gefühlswelten vertonen: Menschen greifen nach der Sonne,
aber
das
Wasser schwappt ihnen über den Kopf. Durch den Text von Didi
geht
das
Lied in eine ganz Es geht um sehr viel Hormone
Mit
dem
Tonträger "Black Light District Boys" (Klanggalerie/Ixthuluh)
feiert die Linzer Band "Wipeout" ihr 10-jähriges
Bestehen. Didi Bruckmayr und Wolfgang Dorninger über Erfolg,
Pop
und Politik.
OÖN: Wipeout sind eine Linzer Band mit klaren
Stahlstadt-Bezügen, zugleich international renommiert. Was,
würde sich auch noch
großer kommerzieller Erfolg einstellen?
Bruckmayr:
Im Hitparadenkontext wird das sicher nicht passieren. Würden
wir
sehr
viele Platten verkaufen, wäre das nur schön,
weil uns das mehr Produktionsmittel in die Hände gibt. Von
Karriereplänen haben sich Wipeout ohnehin bald verabschiedet.
Wir
mussten nie die Hosen runterlassen.
OÖN: Wipeout kamen bislang eher von der härteren
Seite.
Gleich die erste Nummer des neuen Albums, "My Simple Love", klingt
sehr melancholisch. Hat die Band ihre romantische Ader entdeckt?
Dorninger:
Ich will schon seit Jahren eine schöne Ballade schreiben,
jetzt
ist es
wieder keine richtige geworden. Ich wollte für mich
neue Gefühlswelten vertonen: Menschen greifen nach der Sonne,
aber
das
Wasser schwappt ihnen über den Kopf. Durch den Text von Didi
geht
das
Lied in eine ganz andere Richtung.
Bruckmayr: Das war eine Spielerei, die Verdinglichung eines
großen Gefühls. Ich übersetzte Sehnsucht in
eine
3D-Matrix.
Das
Balladenhafte hat es bei uns schon immer gegeben. Bei Wipeout geht es
schließlich maßgeblich um nächtliche
zwischenmenschliche
Beziehungen, um seelische Zerrüttungen, Sehnsüchte
und
natürlich um
sehr viel Hormone. Da begreife ich uns ganz als Popband, denn Pop hat
ja sehr viel mit Sex und Gefühlen zu tun.
Dorninger:
Leider gilt Pop in unseren Breiten als Mainstream. Umberto Eco hat in
einem Aufsatz Pop ganz anders definiert: ein "Aufpoppen",
ein Aufplatzen von kulturellen Codierungen. Pop war einmal Underground,
jetzt hat er ein Mascherl bekommen.
Bruckmayr:
Echter Pop hat etwas mit Hingabe, Hysterie und Unkontolliertheit zu
tun, ohne dabei intellektuellenfeindlich zu sein. Mainstream
dagegen ist berechenbar.
OÖN: Sind Wipeout eine politische Band?
Bruckmayr: Ja. Das zeigt alleine, dass wir nach künstlerischer
und
ökonomischer Unabhängigkeit streben. Wir verwenden
Konzerte
für politische Anliegen. Auf Platten war das bislang noch
nicht so
klar artikuliert. Jetzt war die Zeit reif dafür.
OÖN: Explizit auf der neuen CD mit "Der kleine König"
und
"Allianz der korrupten Streber".
Bruckmayr: Natürlich. Der "König" handelt von dieser
sonderbaren Clique aus Ölmagnaten, Waffenhändlern und
Politprofis,
die jetzt die USA regiert. Der kleine Bush ist da nur der Platzhalter.
OÖN: Die "korrupten Streber" ortet ihr vermutlich in der
Innenpolitik?
Bruckmayr:
Ja, da gibt es dieselbe Tendenz. Politik ohne Geschichte, die nur dem
Augenblick huldigt. Aus dieser Geschichtslosigkeit folgt, diese
Politik hat auch keine Konsequenzen und dient nur den eigenen
Interessen.
OÖNachrichten
vom 12.12.2003
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KAPUZINE
Wipeout
Black Light District Boys
double 12" (trost records)
Dr. Evil trifft auf den kleinen König! Ja, sie haben's wieder
mal
geschafft ein Meisterwerk zu produzieren, dass einem das Blut in den
Adern gefrieren läßt um dann
zähflüssig in diverse
Glieder gepumpt zu werden. Pochend, brodelnd und zischend kommt es dort
dem Siedepunkt nahe.
Wipeout ist der Inbegriff für Industrial-Wucht, scheppernde
Grooves und psychotischen Vokalsex. In schreinenden Visagenmix
gehüllt präsentieren sie voluminöse Sounds
im
Doppelpack. Der Beat ist die grundlage. Das divenhafte Gurren,
kreischende Wimmern und das pendelnde Urgrunzenzwischen dem eisernen
Elektrodenfunk ist der Zuckerguss.
Bodyperformer und Extremcrooner Didi Bruckmayr, von Kopf bis
Fuß
in Stahlmuskulatur und eingestochener Tinte gekleidet, ist ja
inzwischen österreichische Kultfigur in sich. Mit "Black Light
District Boys" erreicht er bei seinen Gesangsdramaturgien wieder eine
fast beängtigende Klasse. Weniger poppig als bei "Anthems for
the
inderachivers" zaubern die Soundakrobaten Fadi Dorninger, Didi Kern und
Alex Jöchtl einen umwerfend brachialen Klangteppich der sich
zwischendurch in prächtig vertrackte Beats verzweigen darf.
Auch nach 10 Jahren noch beeindruckend wie immer on stage, aber genial
on vinyl!
kat_
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MONOCHROM
1-2004
(http://www.monochrom.at/cracked/reviews/reviews01.htm)
WIPEOUT
Black light
district boys
CD/2LP, Trost
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| Today
two old women rang my doorbell and when I opened they wanted to give me
little brochures about the bible and talk to me about the word of god,
because, as they said, “we live in terrible times”.
I would have
agreed, but I am sure that my reasons why the world today is a terrible
place are in complete opposition to theirs, so I reclined. I told them,
I had my vision of god the day before and that He told me everything
was fine. Then I closed the door. Maybe I should have invited them in
for a cup of tea and then turn on the title track of “Black
light
district Boys” or “Here comes the night”
really loud. Either they would
have run for their lives or started to dance ecstatically like witches
at midsummer-night. |
|
I have laboured
hard to write
something about Wipeout because they are so much way beyond my grasp.
Then I realised, that the whole explanation might be right there in the
first song: “my simple love”. This is what the
singer explains:
Theories and explorations build up textures and textures build up
geometries, geometries of a simple love, eventually a matrix of a song.
And the main point is the hope to create a window to the heart of the
loved one (i.e. the listener?) so that the geometry and the matrix of
the little and simple love is felt and vibrated along with by the
heart. Then again, I am not sure. There are no simple answers with
Wipeout, might they brag as much as they want that their love is
“simple”. It sure isn’t. Some people
easily fall for simple answers and
even believe that they are true – such as thinking that the
songs “Der
kleine König “(the little king)
and “Allianz der kaputten
Streber” (alliance of the corrupt swots), by the way the only
songs
sung in German on this record – are about nothing else but
the current
political situation here in Austria. Actually, that is way to short and
does not at all answer all the issues and metaphors pronounced in that
song. There are no simple answers, as there is no simple love. If it is
simple, then it is wrong.
For
“Black light district boys”
the three musicians behind Wipeout have not only dived into the most
seedy parts of town, the streets where all the bad boys go to find a
live that abides only to the rules made up by the streets, a complex
and all-encompassing codex of does and don’ts that decide
between life
and death. They have also travelled back in time, producing an
up-to-date version of EBM and electronic Industrial akin to what
everybody has looked for at the end of the Eighties, but was left bled
dry lying in the streets. Wet and black streets, of course. Fadi
Dorninger and Dieter Kern have produced an impressive, pulsing and
hammering basis of straight beats, noise and synthesizer-walls for Didi
Bruckmayer to perform his vocals on. Nowadays, I don’t like
the word
“perform” anymore, because of all the
star-search-idiots, who are
always talking about “going out there and
performing”, which doesn’t
even mean singing and dancing, but rather nothing more than going
through the motions that they have learned before. The word has really
been abused and misused to death. But the way Bruckmayr sings, talks,
screams and changes between modal tones of his voice can only be
described with performing in the best sense of the word. While the
music in the background hammers and rocks back and forth, sometimes
harsh and driven by a demonic factory-pulse, at other times like a big
swamp being flooded by a black, sludgy sea, Bruckmayr performs with an
incredible intensity and theatralic (again, in the best sense of the
word) range, from pathos to conspirative.
Maybe the
Eighties haven’t left
us, as much as I wish they finally would, and maybe the never will. I
guess there is a lot of interesting music that was produced before
1989, when I started to really get interested in music, but all I
usually get bombarded with is stupid New Wave that has been deformed
into drunken party-music. Can I afford to get interested in Industrial
and EBM more deeply nowadays? Actually, I would rather like to hear
Wipeout play a version of “It’s my party and I cry
if I want to”.
Because Wipeout are one of the few bands / projects able to take up the
heritage of what the Eighties really were (which is in short words:
fucked up) and who might feel the urge to do so. Their flexibility and
the mutations in sound and atmosphere they create from one record to
the next are sometimes hard to follow and believe. “Black
light
district boys” is definitely their most openly darkest and
“Industrial”
record, whatever that means. From the disturbing artwork to the
brooding vocals to the apocalyptic music, this one is actually heavier
than most metal-records. From the more atmospheric and slower songs, to
those with harsher and wilder pulses, this one is far better than most
records.
|
http://www.fuckhead.at/wipeout
http://www.trost.at
01/2004
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Wipeout:
Black Light District Boys
Helle
Köpfe und
Tatoos/ Von Bruno Jaschke (Wiener Zeitung 16.1.2004)
2003 war
wohl kein Jahr
für eine so genannte Jahrzehntplatte.
Dafür gab es aber eine seltene Dichte an Longplayern, die
taxfrei das Prädikat sehr gut verdienten. Dazu
gehört,
natürlich subjektiv betrachtet, auch ein Werk
österreichischer
Provenienz, nämlich Wipeouts "Black Light District Boys".
Eigentlich sind Wipeout ein Zufallsprojekt, das Ende 1992 an einem
Abend des Linzer Labels 7 Inch 12 einer spontanen Jam-Session
entsprungen ist. Wolfgang "Fadi" Dorninger, Keyboarder und
Elektroniker der Band, erinnert sich: "Ich hab mit Peter
Androsch (Linzer Opernkomponist, aber auch hervorragender
Pop-Gitarrist, Anm.) gespielt, dann kamen Big Dick Willy, das war
aber auch keine richtige Band, die haben nur einen Song gehabt.
Und
damit der Abend nicht ganz
langweilig wird, habe ich Techno-12-Inches hintereinander aufgenommen
und zum Mitjammen eingeladen. Am Anfang sind alle Leute auf der
Bühne
gestanden und haben zu den Beats dazugelärmt, dann sind Leute
im
20-Sekunden-Takt weggebröckelt, am Ende sind die Herren
Dorninger und Didi Neidhart übergeblieben. Dann sprang Didi
Bruckmayr rauf und machte mit. Eine Woche später hatten wir
schon den ersten Auftritt. Aber eineinhalb oder zwei Jahre haben wir
überhaupt keine eigenen Nummern gemacht, sondern im Grunde
genommen zu 12-Inches, die uns gefallen haben, dazugespielt!
Irgendwann haben wir eigene Sachen aufgenommen und eine Maxi
herausgebracht. Damit haben wir uns dann deklariert." Fadi
Dorninger war vor und neben Wipeout Mitglied der avancierten
Formationen Josef K. Noyce und Monochrome Bleu, die im Vergleich zu
Wipeout eher herkömmliche Pop-Formate pflegen. Daneben macht
er
Musik fürs Theater und wunderbare Solo-Werke, bei denen er
sich,
beauftragt oder aus eigenem Antrieb, mit dem Tonband auf die Spuren
vergangener oder lebender fremder Kulturen begibt. "Hisatsinom,
über das Verschwinden" nimmt den (mit ca. 1350 datierten)
Untergang der hochentwickelten Kultur der amerikanischen Ureinwohner
im Four-Corners-Bereich (Utah, Colorado, Arizona, New Mexico) als
Ausgangspunkt, das Verschwinden kultureller Codes zu erforschen,
während die (20-minütige) Mini-CD "Fadi@vilnius.lt"
Eindrücke und Aufnahmen aus Litauen zu einem Hörspiel
mit
sakralem Einschlag verarbeitet. Der Geschichte des kleinen Dorfs
Asten bei Linz, das von der Industrialisierung und Beschleunigung der
Zeit aus der Bahn geworfen wurde, hat er auf der gleichnamigen CD
nachgespürt. Außerdem betreibt Dorninger ein eigenes
Label, Base, auf dem neben den drei eben beschriebenen Projekten
hauptsächlich Sampler mit elektronischer Musik erschienen
sind,
und ist generell einer der hellsten Köpfe unter den hiesigen
Musikschaffenden, also eine Art (Vor-)Denker. Aber auch die anderen
Wipeouts sind nicht "oben ohne": Didi Bruckmayr, Sänger
und Texter, ist ehemaliger oberösterreichischer Landesmeister
im
Boxen und Doktor der Handelswissenschaften. Dr. Mag. Bruckmayr wurde
bekannt als über und über tätowierter,
muskulöser
Frontman der schon fast legendären, permanent auf musikalische
Ganzkörperattacken eingestellten Hardcore-Band Fuckhead, und
aus
deren Arbeitsbereich kommen auch Dieter Kern, der die Drums
programmiert und seit 1999 anstelle des ausgestiegenen Gitarristen
Didi Neidhart mitwirkt, sowie Sound-Engineer Alex Jöchtl.
Die
buchstäblich ohne Plan ins Leben gerufene Partie erfreute sich
von Anfang an recht regen Publikumsinteresses. Der erste
Voll-Longplayer "Swamps Of Happiness" (1995) verkaufte
geschätzte 5.000 Stück, der letzte "Anthems For The
Underachievers" (2002) immerhin noch um die 2.500 - der Effekt
war allerdings immer derselbe: Wegen Schwierigkeiten mit ihrem Label
CCP sahen die Musiker für Plattenverkäufe kaum Geld.
"Was
uns im Rennen hält", erklärt Dorninger, "ist,
dass wir gerne live spielen und das Publikum gerne zu unseren
Konzerten kommt. Wir spielen lang, wir pumpen uns aus, das Publikum
kriegt was geboten. Veranstalter wissen, dass sie mit Wipeout die
Kosten einspielen können."
Wenn man Wipeout personell mit
lässlich grober Vereinfachung als Fuckhead-Filiale sehen will,
so wählten sie musikalisch ein signifikant anderes
Koordinatensystem. Damit sorgten sie anfänglich für
nicht
wenig Verwirrung, denn wo die österreichische
Underground-Szene
hauptsächlich laute Gitarren, schnalzende Bässe und
Sänger
kannte, deren oberstes Ziel schien, Bob Mould/Grant Hart, Page
Hamilton, Kurt Cobain oder Frank Black zu imitieren, war ihre Musik
(großteils) elektronisch generiert. Was aus den Maschinen
herauskam, war ein eklektizistischer Mischmasch, der vor Disco- und
House-Zitaten nicht zurückschreckte, sich aber auch auf
melodiösen Pop verstand und unvermittelt mit der
großen
Attacke auffahren konnte. Und Bruckmayrs Stimme fügte sich
geschmeidig in jedes Anforderungsprofil. "Wipeout", erklärt
Dorninger, "ist ein hybrides Gebilde. Bei gewissen Sachen
können
wir uns alle treffen. Pop á la Scott Walker, Bronski Beat
und
diese ganzen Elektronik-Duos, bis hin zu Throbbing Gristle und die
Industrial-Ebene, aber auch Giorgio-Moroder-Disco. Das ist das
Gebälk, auf dem wir uns bewegen, damit sind wir auch
sozialisiert worden." Die solchermaßen deklarierten
Eckpfeiler von Wipeout-Musik - Melodie, Rhythmus, Dissonanz - tragen
nach wie vor den Sound; wie so häufig bei länger
amtierenden Bands aber hat mit dem Lauf der Jahre erstere
gegenüber
den beiden anderen Determinanten an Terrain gewonnen. Das wird wohl
auch der Trend für die Zukunft sein, denn die nächste
Platte, verrät Dorninger, soll weniger Schwere, weniger
Brutalismen und einen privateren Appeal haben; eine langgehegte
Vision im Wipeout-Camp ist überhaupt eine ruhige
Balladenplatte
mit wenig Tempo, wo Spannung einzig in den Zwischentönen
liegt.
Dort ist "Black Light District Boys" (dessen Titel sich u.
a. vor Coil und deren exzellentem, wahrhaft dunklen Werk "Black
Light District" verbeugt) noch nicht ganz, wenngleich Ansätze
dazu gleich im Opener "My Simple Love" deutlich hörbar
sind und generell der Grundton etwas entspannter als noch bei
"Anthems . . ." anmutet. "Es ist eine typische
Sommerplatte. Nachdem letztes Jahr ein schöner
heißer
Sommer war, haben Didi und ich beschlossen, sich jeden Tag um zwei
Uhr Nachmittags zu treffen und zu arbeiten, aber nie länger
als
vier Stunden. Die Platte ist also unter menschenwürdigen
Bedingungen entstanden und gleichzeitig haben wir viel Zeit gefunden,
über Dinge zu reden, vor allem politische Dinge." Als
Resultat dieses Meinungsaustauschs entstanden, während man bei
zwischenmenschlichen bzw. handfest körperlichen Themen wie dem
Titelsong doch lieber auf dem "sicheren" Boden der
englischen Sprache verweilt, auch zwei deutschsprachige Titel. Es
sind nicht wirklich die ersten deutschsprachigen Wipeout-Inhalte,
denn schon 2001 hat die Band für das Donaufestival
Nestroy-Texte
adaptiert ("Nestroy.SetNewParameters", in nicht mehr als
1.000 Stück Auflage von Extraplatte vertrieben, im Internet
auszugsweise unter http://www.donaufestival.at/76_DEU_HTML.htm zu
hören), aber es sind die ersten selbstgeschriebenen.
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Falter 43/03 -
Sebastian Fasthuber
Wipeout: Black Light District Boys (Klanggalerie/Ixthuluh)
Zum zehnjährigen Jubiläum schlagen die
Linzer-brachial-Popper die
Disco-Tür zu und widmen sich sieben neue und drei neu
aufgenommene
Stücke lang der düsteren Seite der Nacht.
Wenn auf diesem Album - wie im nach deren "New York City Boy" benannten
Titelstück - noch ein wenig die Pet Shop Boys durchschimmern,
dann tun
sie sich längst nicht mehr mit Amanda Lear am Champagner
gütlich,
sondern werden unfreiwillig in einen Gangbang verwickelt. Das macht in
seienr Harschheit möglicherweise nicht so viel Spaß
wie früher,
verdient jedoch als konsequenter Schritt zurück und nicht
zuletzt als -
endgültiges? - Ende von Didi Bruckmayrs Flirt mit einem
kleinen
Popstar-Dasein Respekt.
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Augustin (Jänner 2004)
Ist eine Mischung ungleich einer Veredelung? Der "g´mischte
Satz", im
Wirtshaus der Schankwein, im Supermarkt gibt´s ihn im
Tetrapack und im
Allgemeinen ist sein Ruf nicht so besonders. Wie auch immer. Hier der
Versuch einer Gegendarstellung: Durch das Panschen von B (Bruckmayr,
Singrabiatler) mit D (Dorninger, Elektriker) und K (Kern, Rhythmiker)
entsteht ein wahrlich edler Tropfen. Umgemünzt auf Schall
& Ton
eben Wipeout. Zu ihrer zehnjährigen Bestandsaufnahme laden die
Herren
B/D/K zur Verkostung in ihre Klanggalerie: 80er-Synthie,
stählerne
Beats, trendiger Techno samt elektronischen Störattacken,
tollkühne
Vokaltiraden und ein
wenig Gruselkabinett. "Black Light District Boys" ist keinesfalls nur
so zum Drüberstreuen, wie das ewig wiederkehrende letzte
Schlussachterl. Viel zu edel für den täglichen
Genuss, viel zu sperrig
für den Übermäßigen.
Vielmehr der "beste Tropfen" für gewisse Stunden. (LaMa)
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Profil (1. Dez. 2003)
Im
Schwarzlichtbezirk
Auch wenn sich die Münder der Musiker am Cover dieser CD zu
Schreien zu
weiten scheinen: Das Album selbst, mit dem die österreichische
Band
Wipeout nebenbei auch ihr zenhjähriges Bestehen feiert, ist
eher ein
Akt der
Selbstkontrolle als einer der Entgrenzung. Die elektronisch
produzierten Songs, denen eine gewisse unterdrückte Aggression
zwar
nicht abzusprechen ist, stützen sich auf Retro-Synthetik, auf
dürre
Beats und finstere
Stimmungen, die mit zeitgenössischem Techno und anderen
Electro-Mode-Torheiten nicht allzu viel zu tun haben wollen. Der
bisweilen an David Bowie angelehnte, an anderen Stellen auch leicht ins
Opernhafte kippende Vortrag des faszinierenden Vokalisten
Didi
Bruckmayr trägt die Kompositionen, die zwischen
kurzgeschlossenem
Chanson und verkünsteltem NDW-Zitat changieren. Elektrobuben
im
Schwarzlichtbezirk: beeindruckende Leistung. (St. Gr.)
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Sonic
Seducer (Dezember 2003)
Wer sich wie das Quartett Wipeout seit über zehn Jahren
beständig im
Umfeld von Größen wie Consolidated, Disharmonic
Orchestra, Scorn oder
Fetish 69 bewegt, dabei sechs Longplayer veröffentlicht und
sich
gleichzeitig noch mit diversen anderen Projekten beschäftigt,
darf mit
Recht von sich behaupten, zum untergrundischen Kern der elektronischen
Musik der Neunziger zu gehören.
Von den Österreichern etwas anderes zu erwarten oder bei ihnen
von
etwas auszugehen, ist genauso sinn- und ergebnislos, wie einer
süßen
kleinen Miez zu erklären, was richtig oder falsch ist. Wipeout
fabrizieren anarchisches Tüfteln, ohne zu prollen. Seltsam
sind sie,
ja, aber niemals anmaßend oder plump. Die zehn "Black Light
District
Boys"-Tracks sind keine leichte Kost; eingängig genug, um
nicht ins
Avantgardistische abzudriften, jedoch reichlich durchgeknallt und
experimentell, vor allem beim Erkunden neuer Sounds; die
vokalistischen "Spiele ohne Grenzen" des Didi Bruckmayr
(unter
anderem Mastermind von Fuckhead) lassen beim ersten Verzehr zwar
sanfte Sorgenfältchen auf die zermarterte Stirn knittern, sind
aber
dermassen süchtig machend, dass man nicht umhin kann, sich den
Wahnsinn
(Songs wie "Der kleine König", "Allianz der
korrupten Streber",
"Light Sleeper" überzeugen im Skurrilen, wohingegen das arg
nach Sieben
klingende "My Simple Love" und die schlussletztliche Club-Bombe
"Soul-Destroying" dank der Geigeneinsätze schwer anmutig
wirken) immer
und immer wieder
einzuverleiben.
(8/10) Thomas Sander
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